Zürich, 8. Juni 2010 – Leuchten auf Berührung, Heizfunktion auf Wunsch, der Hand schmeicheln und auf Reize reagieren: Innovative, wirtschaftliche Produktionsverfahren und Materialien erschließen neue Anwendungen für komplexe Kunststoffbauteile mit integrierter Elektronik und funktionalen Oberflächen. Innerhalb eines internationalen Projektes des PRIMUS Netzwerks von KraussMaffei hat die Georg Kaufmann Formenbau AG gemeinsam mit Rohstoff- und Leuchtsystem-Herstellern sowie der Technischen Universität Chemnitz die Prozesse auf einer KraussMaffei Spritzgießmaschine und eigenen Spezialwerkzeugen zur Serienreife getrieben.
„Mit diesen Verfahren können Kunststoffverarbeiter neue Anwendungen erschließen und die Wertschöpfung erhöhen“, betonte Dr. Dietmar Straub, Vorstandsvorsitzender der KraussMaffei AG. Durch die innovative Kombination von Spritzgieß- und Reaktionstechnik in Präzisionswerkzeugen sowie darauf einer darauf abgestimmten Automation können Verarbeiter jetzt funktionale Oberflächen, Träger und Sensorik in einem Prozesszyklus herstellen. In den drei Eigenschaftskategorien Lighting, Sensors und Touch hat die Georg Kaufmann Formenbau in der Schweiz eine Prototypenfertigung der Bauteile gestartet. „Warum sollen Kunststoffbauteile keine Intelligenz haben? Das eröffnet doch eine völlig neue Welt!“, unterstrich Geschäftsführer Roger Kaufmann. Das Unternehmen hat zahlreiche neue Fertigungsverfahren wie das Hinterspritzen und Hinterprägen von Dekormaterialien entwickelt. Damit ermöglicht der Werkzeugspezialist die wirtschaftliche Produktion hochwertiger Multifunktionsteile durch die Zusammenfassung von bisher getrennten Arbeitsschritten in einem hoch automatisierten Fertigungsablauf.
Mit Hilfe der Duo-Lamination-Technologie und weiteren bewährten Technologien können Verarbeiter zusammen mit funktionalen Oberflächen auch verschiedenste Sensoren in die Bauteile integrieren. Nach Anschluss einer Stromversorgung erzeugen sie auf Außenreize definierte Effekte bei den Bauteilen wie An/Aus, Blinken oder Dimmen.
Über Lichteffekte in beliebigen Farben hinaus bietet das neue Verfahren auch die Möglichkeit, alternativ eine Heizwirkung der Bauteile zu integrieren. Diese Anwendung nutzt bereits ein Automobilhersteller für die Innenraumsausstattung von Fahrzeugen. „Das Verfahren eignet sich aber genauso gut für heizbare Sitzflächen in Skiliften oder Sportstadien, für warme Flächen im Haushaltsbereich oder für die Innenausstattung von Geschäften und Büros“, zeigte Roger Kaufmann weitere Einsatzmöglichkeiten auf. In dem dritten Eigenschaftsprofil Touch kombiniert das neue Verfahren Spritzgieß- und Reaktionstechnik, um haptisch angenehme Oberflächen herzustellen, die dem Tastsinn schmeicheln. Dabei können Verarbeiter gezielt kühle oder warme, genarbte oder glatte Oberflächen sowie optische Tiefenwirkung herstellen.
An dem international vernetzten PRIMUS Projekt beteiligten sich maßgeblich auch der Materialspezialist Evonik Röhm GmbH, die auf Leuchtsysteme spezialisierte Lumitec AG sowie die technische Universität Chemnitz. Auf der K 2010 werden die Projektpartner weitere mit dem neuen Verfahren gefertigte Technologieträger präsentieren.


Innovative Funktionsintegration: Spritzgießen, Sensorfunktion und Leuchtfunktion in einem Prozessschritt fertigen
Leuchten, heizen, schmeicheln, reagieren: Durchbruch für innovative Oberflächen
EPS-Download:
Innovative Funktionsintegration: SoftTouch
Innovative Funktionsintegration: Licht

